Wie ich auf die Idee kam, Karten für Bücher zu zeichnen

Wenn ich ein Buch mit einer Karte lese, dann betrachte ich sie nicht nur am Anfang. Ich blättere immer wieder zur Karte zurück, schaue nach, wo sich die Figuren gerade aufhalten und überlege, wo sie als Nächstes hingehen könnten. Das war schon als Kind so, ich war schon immer begeistert von Karten in Büchern. Denn für mich machen sie die Geschichte erlebbarer.
Zudem mag ich es, die unterschiedlichen Karten zu betrachten. Von minimalistischen bis zu detailreichen Karten, jede Karte ist anders. So verleihen sie dem Buch eine einzigartige Atmosphäre und werten dieses auf. Für mich stellte sich die Frage gar nicht, ob ich meine Geschichten von einer Karte begleiten lassen möchte. Denn das stand schon fest, bevor ich den ersten Satz meines Roman-Projekts geschrieben habe.
Gegen Ende der Schulzeit ging es darum eine Ausbildung zu wählen. Doch etwas Passendes zu finden, war gar nicht so einfach. Ich wusste vor allem, was ich nicht wollte. Unter anderem wollte ich nicht im Büro landen und schon gar nicht auf der Baustelle. Als die Berufsberaterin nach Auswertung meiner Stärken und Interessen den Beruf der Zeichnerin EFZ vorschlug, dachte ich, dass sie spinnt. Denn dieser Beruf hat die beiden oben genannten Arbeitsbereiche. Ich informierte mich dann doch und stellte fest, das mein Bild dieser Arbeitsbereiche zu eng gedacht war. So machte ich also die Ausbildung zur Zeichnerin Fachrichtung Ingenieurbau. Nebenbei brachte ich mir selbst bei, Gimp-Gerunlagen zu nutzen, zur Bildbearbeitung für Arbeiten für die Schule. Wie dieses Bild, bei welchem ich die Fotovoltaikanlage auf die Häuser gebastelt habe:

Eine Karte für meine Geschichten?
Das Schreiben gab ich natürlich nicht auf, auch wenn ich mal mehr, mal weniger Zeit dazu fand. Mein Roman ist noch in Arbeit und der mittlerweile veröffentlichte Kurzgeschichtenband war noch nicht mal in Planung, als ich begann, mich mit dem Gedanken an eine Karte zu beschäftigen. Denn die Skizze, die ich gemacht habe, damit sie mich beim Schreiben unterstützt, wurde immer unübersichtlicher. Ich musste also entweder die Skizze neu machen oder es musste eine andere Lösung her.
Ich begann, mich online zu informieren und mir fiel auf, dass es kaum deutschsprachige Angebote gab. Und ich musste mir eingestehen, dass es für mich nicht der richtige Zeitpunkt war, eine Karte in Auftrag zu geben. Denn ich bin Planster. Bis mein Roman fertiggeschrieben ist, wird sich noch einiges ändern und ich hätte die Karte zum Schluss neu machen lassen müssen. Ausserdem kam langsam in mir der Wunsch auf, meine Karte selber zu zeichnen. Aber wie?
Von Hand? Viel zu aufwändig und jede kleine Anpassung hiesse, die Karte neu zu zeichnen. Da wäre ich nicht nur wieder beim selben Problem wie mit einer Auftragskarte. Plus: Wie schnell hat man einen kleinen Fehler gemacht beim Zeichnen, der nicht immer wieder korrigiert werden kann.
Mit einem CAD-Programm? Nicht wirklich geeignet für eine Fantasy Karte, die nuanciert und kunstvoll sein sollte. Wollte ich Grundrisse oder einen modernen Stadtplan zeichnen – zum Beispiel für einen Krimi oder einen Romace-Roman – wäre das schon eher sinnvoll.
Mit Gimp? Klar könnte man vermutlich damit eine Karte zeichnen, aber der Aufwand wäre so ziemlich derselbe, wie wenn man sie von Hand zeichnen würde.
Also suchte ich weiter und fand Inkarnate. Das perfekte Programm zwischen den beiden anderen. Denn es funktioniert ähnlich wie CAD-Programme, wurde jedoch dafür entwickelt, um kreative Karten zu zeichnen. Ich begann mit dem Programm herumzuexperimentieren und zeichnete meine erste Karte.

Dies war eine Karte ohne Grundlage, einfach um alles auszuprobieren. Es machte mir Freude, diese und weitere Karten zu zeichnen.
So nutze ich die verschiedenen Programme, um meine Karten zu zeichnen
Ich nutze eine Kombination aus den drei Programmen, die ich oben bereits erwähnt habe. Brauche ich neue Elemente, werden diese von Hand oder im Gimp gezeichnet bzw. bearbeitet. Für modernere Karten zeichne ich den Grundplan im CAD. Bei den meisten Karten nutze ich allerdings nur Inkarnate und mache die anschliessende Druckoptimierung im Gimp.
Ich weiss aber, dass nicht jeder Autor die Voraussetzungen hat, die ich durch meine Ausbildung habe. Und auch nicht die Zeit oder Geduld, sich ihre Karte selber zu zeichnen. Deshalb zeichne ich gerne deine Karte für dich. Mehr Informationen bekommst du hier.
