Die Geschichte von Karten in Büchern - Europa

Topfown Karte eines Hafens

Hast du dich mal gefragt, seit wann es Karten in Büchern gibt?

Ich dachte ja immer, Bücher mit Karten zu versehen sei eine eher moderne Erfindung der Fantasy. Doch weit gefehlt. Denn Karten in Büchern gibt es schon lange. Wie lange, erfährst du in diesem Artikel.

Inhalt

Mittelalter und Renesence

Bereits im Mittelalter gab es vereinzelt Bücher und Texte, welche durch Karten ergänzt wurden. Auch wenn diese sehr inkonsistent den Büchern hinzugefügt wurden. Heisst: Manche Kopien hatten eine Karte und andere nicht. Dies hing vor allem vom Schreiber, der das Buch abschrieb, bzw. dem Illuminator, der es verzeihrte, ab. Da Bücher häufig im Auftrag von jemandem abgeschrieben wurden, kam es auch auf das Budget dieser Person an, ob eine Karte dabei war oder nicht.

Auch in der Renaissance waren Karten eher eine Seltenheit. Als die Druckpresse erfunden wurde und Bücher nicht mehr abgeschrieben werden mussten, wurden diese standardisierter. Ab 1480 wurden Karten in Holzplatten geschnitzt, welche dann in die Druckpresse eingespannt werden konnten. Die Technik wurde jedoch schon kurz darauf durch Kupferstiche abgelöst. Dies, weil, die Linien feiner und dadurch die Karten detallierter sein konnten. Zudem waren die Kupferplatten langlebiger als die Holzplatten.

Buch mit Karte auf einem Tisch

18. – 19. Jahrhundert

Im 18. – 19. Jahrhundert nahmen Karten in Büchern zu, vor allem in folgenden Genres:

  • Abenteuer => Karten wurden ein zentraler Teil des Genres. Wenns um eine Reise oder Schatzsuche ging, wurde damit dem Leser die Route besser aufgezeigt.
  • Krimi => Viele Krimis enthielten Grundrisspläne und ganz wenige Stadtpläne, um den Lesern die Möglichkeit zu geben, mitzurätsen.
  • Kinderbücher => Karten wurden eigesetzt, um den jungen Lesern einen besseren Zugang zur Geschichte und der Umgebung zu geben.
  • Historische Romane => Etwas seltener gabs auch Karten in historischen Romanen, um den Lesern das Setting näherzubringen.
  • Western => Karten wurden verwendet, um Reisen und Landansprüche darzustellen.

In anderen Genres blieben Karten jedoch eine Seltenheit.

20. – 21. Jahrhundert

Mitte des 20. Jahrhunderts kam Fantasy auf und bei diesem Genre waren Karten von Anfang an ein zentraler Teil des Genres. Denn sie halfen sowohl Autoren/Autorinnen als auch Lesern/Leserinnen, sich in den komplexen Welten zurechtzufinden.

Während Karten in Fantasy und Abenteuer immer noch eine zentrale Rolle einnehmen, wurden sie in anderen Genres wieder weniger. Aus verschiedenen Gründen:

  • Verfügbarkeit von Online-Karten: Ob es sich um ein historisches oder modernes Setting handelt, online sind Karten aus unterschiedlichen Zeitperioden verfügbar. Wenn also jemand eine Karte möchte, um sich besser zurechtzufinden, wird er/sie Online fündig.
  • Der Fokus liegt vermehrt auf den Charakteren und weniger auf der Umgebung.
  • Die meisten Geschichten haben mehrere Handlungsorte und manchmal auch mehrere Handlungsstränge. Eine Karte alleine kann nicht immer alles abbilden.
  • Genres wie z.B. Western verloren an Popularität.
Fantasy Landkarte